Achtsamkeit

Achtsamkeit

Das alte, bei uns fast vergessene Konzept „Achtsamkeit“ findet seit einiger Zeit seinen Weg über fernöstliche Philosophien und amerikanische Psychologie zu uns zurück: Yoga, SE (= Somatic Experiencing – ein von Dr. Peter Levine entwickeltes Modell zur Überwindung und Integration traumatischer Ereignisse. Es arbeitet mit Emotionen und kognitiven Fähigkeiten, das Hauptaugenmerk liegt jedoch darauf, unser Nervensystem zu regulieren und – durch zunehmende Wahrnehmung und Achtsamkeit – wieder ein Gespür für Sicherheit und Wohlbefinden zu erlangen), MBSR (= Mindfulness-Based Stress Reduction, ein Programm, das 1979 von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn an der Stress Reduction Clinic der Universität von Massachusetts/USA entwickelt wurde) basieren auf dieser Idee und unterstützen uns bei unserem Umgang mit dem täglichen Stress.

Die Idee von Achtsamkeit

Kabat-Zinn nutzt folgendes Bild, um die Idee von Achtsamkeit zu veranschaulichen: Vergleichen wir den Geist mit der Oberfläche eines Sees oder Meeres. Auf ihr gibt es immer Wellen, manchmal große, manchmal kleine. Viele Leute denken, dass das Ziel der Meditation darin bestünde, die Wellen zu verhindern, so dass die Oberfläche flach, friedlich und ruhig wird. Doch dies ist eine irreführende Vorstellung. Viel besser wird der wahre Geist der Achtsamkeitspraxis von folgendem Bild illustriert, das mir einst jemand beschrieb: Es zeigt einen etwa siebzigjährigen Yogi, Swami Satchidananda, wie er, mit weißem Rauschebart und wehenden Roben, auf einem Surfbrett stehend in Hawaii auf einer Welle reitet. Die Überschrift lautete:

„Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber Du kannst lernen, sie zu reiten.“
Dr. Jon Kabat-Zinn

So hängen also die beiden Bereiche – Innenwelt und Außenwelt – zusammen. Wir können (und sollen) nicht verhindern, dass wir mit Situationen in Kontakt kommen, die uns fordern und manchmal zu überfordern scheinen.

Denken und Fühlen wahrnehmen

Es geht vielmehr darum das eigene Denken und Fühlen genauer wahrzunehmen:

  • Was ist es, das mir Angst macht?
  • Wie fühlt sich es sich an?
  • Wie reagiere ich? Mit Energielosigkeit, indem ich das Segel noch fester halte oder hyperaktiv werde?
  • Was hindert mich daran, mir einen Strand zu suchen, an dem die Wellen nicht so hoch sind?
  • Wie viel darf ich mir zumuten, wie langsam darf ich lernen, darf ich überhaupt lernen oder muss ich alles schon können?

Und eventuell die Anteile zu verändern, die vielleicht als frühere „Erfolgsmodelle“ für die Gegenwart nicht mehr optimal sind.

An dieser Stelle kommen wir ins Spiel. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Sie dabei zu unterstützen, diese Fragen für sich zu beantworten und Ihr ureigenes Repertoire zum Umgang mit Stress zu erweitern.