Mit Stress umgehen

Mit Stress umgehen …

Was genau wir als Stress erleben und wie sehr uns der jeweilige Zustand unter Druck setzt oder aus der Balance bringt, ist individuell und subjektiv. Was für den einen Menschen den positiven Ansporn darstellt, der ihn dazu bringt aktiv zu werden, ist für den anderen ein riesiger, unüberwindlicher Berg (oder eine meterhohe Welle), der jede Energie raubt (oder die ihn fortzuspülen droht).

Generell empfinden wir eine Situation als Stress, wenn wir den Eindruck haben, dass unsere aktuellen Ressourcen und Möglichkeiten nicht ausreichen, um die Situation zu meistern, wenn also die Anforderungen als zu hoch empfunden werden. Damit gehen häufig Gefühle einher wie Hilflosigkeit, Ausweglosigkeit, Enge und Erstarren.

Wenn wir von Stress sprechen, haben wir es also mit zwei sich gegenseitig beeinflussenden Bereichen zu tun: Zum einen mit dem was in der Außenwelt um uns herum passiert und als Stressfaktoren auf uns wirkt. Zum anderen mit unserer eigene Innenwelt der Sinneswahrnehmungen, Gedanken, Gefühle und körperlichen Reaktionen. Mit ihnen bewerten wir diese Stressfaktoren und reagieren auf sie.

Lassen Sie uns mit uns selbst beginnen.

Unsere Persönlichkeit wird geprägt durch Genetik und durch die Summe aller Erfahrungen, die wir als Mensch machen. Während der ersten Lebensjahre wird der Grundstock zur Selbstregulation gelegt. Haben wir eine gut verankerte Selbstregulation, dann können wir mit Stress an sich besser umgehen (gute Resilienzbandbreite). War die Anleitung zur Selbstregulation suboptimal, dann ist auch unsere Resilienzbandbreite geringer – die Stressanfälligkeit damit höher.

In der Psychologie bezeichnet der Begriff Selbstregulation diejenigen bewussten und unbewussten psychischen Vorgänge, mit denen Menschen ihre Aufmerksamkeit, Emotionen, Impulse und Handlungen steuern.

Selbstregulation umfasst u.a. den mentalen Umgang mit Gefühlen und Stimmungen (s. Emotionsregulation) und die Fähigkeiten, Absichten durch zielgerichtetes und realitätsgerechtes Handeln zu verwirklichen (z.B. Selbstwirksamkeit) sowie kurzfristige Befriedigungswünsche längerfristigen Zielen unterzuordnen.

Mit Stress umzugehen bedeutet demnach auch, das Repertoire unsere bewährten Regulierungs-Möglichkeiten (z.B. Gefühle ausagieren, mit Sport und Freizeitaktivitäten kompensieren, Essen und Suchtmittel zu uns nehmen) zu erweitern.

Glücklicherweise haben wir schon ein Stück weit gelernt, dass auf Zeiten von Anspannung auch Phasen von Entspannung folgen müssen und dass wir bei aller Aktivität im Außen auch immer wieder bei uns selbst „andocken“ müssen. Ein Weg dahin führt über Achtsamkeit.